Wir werden Kohl und Merkel jagen

Posted on 29. September 2017

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Es ist etwas ruhiger geworden um das Ungeheuer Trump, der sich erdreistete nach 30 Jahren keinen Ramadan im Weissen Haus stattfinden zulassen, das Klimaabkommen  kündigte und Planed Parenthood weitere finanzielle Unterstützung strich. Die besonnene protestantische Pfarrerstochter Merkel hingegen sorgte nie für Entsetzen, wusste sie doch schon immer, sich geschickt mit einem «jein» zu positionieren.  Da sie fast Heiligenstatus geniesst,  steht ausser Frage, wer hier der Böse und wer die Liebe ist. Feindbilder scheinen wichtig für unseren Überlebenstrieb zu sein, bisweilen muss sogar Objektivität  ideologischen Einflüssen weichen. Wir wägen nicht mehr nüchtern ab, hören nicht mehr zu, besonders dann, wenn vorgefertigte Meinungen einzig und allein dazu dienen, den eigenen Standpunkt zu untermauern. Dann werden Klingen auf Leben und Tod gewetzt.

Die Bundestagswahl steht wieder mal exemplarisch für derartige Klischees, besonders, wenn es um den politischen AfD Gewinner geht. Jedes Wort eines Politikers dieser «Nazipartei» wird auf die Goldwaage gelegt und sorgt für entsetzen. Sie grölen und schreien die Höckers und Gaulands? Die Alarmglocken läuten unentwegt und liessen bei der letzten Bemerkung  Gaulands ganz Deutschland erstarren:  «Wir werden Frau Merkel jagen.» Allen voran Gauland mit Springerstiefeln – versteht sich – wie sonst…..

Kein Hahn krähte 1994 danach, als der Sprecher der Grüner verkündete. «Wir werden den Kanzler jagen» gemeint war damals Helmut Kohl. Gejagt wird also von links bis rechts, in unserem Eifer beschwören wir eine Peinlichkeit nach der anderen herauf und bemerken dabei das Glashaus nicht – indem wir sitzen.

Es scheint offenkundig, wir leben in einer Zeit der geistigen Verwirrung. Eigentlich blickt keiner mehr von uns so recht durch und auf Fragen «wieso, weshalb, warum» gibt es schon lange keine Antworten mehr. Ein Wirrwarr einer hochkomplexen Angelegenheit, die widersprüchlicher nicht sein kann. Dabei ist längst offensichtlich, dass Faschismus auch aus „Gutmenschen“ Schlechtmenschen werden lässt.

Ist der Teufel erstmal los, können sie zu Bestien werden, wie die von ihnen verhassten Nazis, kein humanistischer Appell, keine Friedenskerze, kein runder Tisch, kann sie zur Vernunft bringen, weil sie besetzt sind von Gedanken des Terrors und der Zerstörung. Deshalb unterscheiden sich Linksfaschisten nicht von Rechtsfaschisten und die unverhohlene Affinität Hitlers zum Islam bzw. Erdogans Affinität zum National-Sozialismus, spricht Bände.  Sie sind beseelt von ein und derselben Geisteshaltung. Insbesondere vereint sie eine gemeinsame Feindschaft zu Juden und Christen. Findet deshalb der radikale Islam unter atheistischen Gutmenschen so viele Verteidiger und das Rollen von Köpfen wird geflissentlich übersehen, weil es nicht ins Weltbild passt?

Logisch, dass Studenten einen Kollaps bekommen und psychologisch betreut werden müssen, nein, nicht etwa, weil sie Nachrichten wie diese: «Wir haben deinen Sohn gekocht» aus der Bahn wirft, sondern weil ihr Feindbild «Konservativ»  ihr seelisches Fassungsvermögen übersteigt. Da stellt sich die Frage: Haben wir eigentlich noch alle Tassen im Schrank?

Oder befinden wir uns gar alle in einem grossen Irrenhaus, ohne es zu merken und hat der Oberarzt für Psychiatrie recht: «Ja weisst Du, Lukas, den Teufel gibts». Der ehemalige grüne Nationalrat bekam jedenfalls den Leibhaftigen als junger Arzt in einer psychiatrischen Klinik zu spüren. Das änderte seine Sicht auf die Dinge dieser Welt wohl komplett. Gut, könnte man sagen – endlich in der Realität angekommen!

Begegnungen mit dem Leibhaftigen

 

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