Die Herrin von Wildfell Hall

Posted on 27. November 2016

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Zuerst erschienen auf Be a Lady

Wer «Jane Eyre» mag, findet auch leicht einen Zugang zu diesem Film. Etwas düster, geheimnisvoll und mysteriös sind solche Filme und deshalb nicht jedermanns Geschmack. Auch dürfte es dem einen oder anderen jungen Zuschauer, der von «modernen» und typischen Hollywood Filme geprägt ist, nicht ganz leichtfallen, sich auf dieses Werk einzulassen. Dennoch, absolut sehenswert sind die meisten solcher BBC Verfilmungen, die sich als echte Klassiker von den üblichen Herz Schmerz Schinken abheben.

Eine Frau, jung und voller romantischer Gefühle erliegt dem lasterhaften, eitlen und dreisten Lügner Arthur und heiratet in ihrer Naivität diesen «Gentleman». Wie es damals üblich war, wurde man als Gentleman geboren, wenn man adlig war und es sich leisten konnte, wie damals auch üblich, den Tag mit mehr oder weniger Müssiggang d.h. mit nichts tun zu verbringen. Charakterliche Qualitäten zeichneten einen Gentleman dieser Zeit nicht zwingend aus, was auch die junge etwas farblose aber tugendhafte Frau Helene Graham zu spüren bekam. Mit einem fast schon «dämonischen» Ehemann an der Seite, der sich mit Freunden und Huren vergnügte, soff und den eigenen Sohn schon früh in dieses Leben einführen wollte, konnte oder wollte sie nach Jahren der „Hölle“ das gemeinsame Leben nicht fortsetzen. Sie floh eines Nachts, um abgeschieden auf dem Anwesen „Wildfell Hall» in der Nähe eines kleinen Dorfes zu leben und ihre Existenz mit Malerei zu bestreiten.

Sie passte so ganz und gar nicht in diese Dorfgesellschaft, diese Fremde, welche mit Argusaugen von den Klatsch und Tratsch Basen der puritanischen Gesellschaft beobachtetet wurde. Das konnte den jungen Farmer Gilbert Markham, der fasziniert von dieser geheimnisvollen Frau war, nicht abhalten die Freundschaft der verschlossenen Frau zu gewinnen, in die er sich allmählich verliebte. In dieser Zeit, geprägt vom Ringen um Pflichtgefühl und treue Erfüllung des Ehegelöbnisses, kehrte Helene Graham zu ihrem Ehemann zurück, als er vom Alkohol gezeichnet im Sterben lag.

Dass sich der Farmer als wahrer Gentleman erwies, ist eine angenehme Quintessenz des Films!

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