Selber schuld….

Posted on 18. Januar 2016

16


„So etwas gehört sich nicht“ hätten wahrscheinlich unsere Gross- oder Urgrossmütter gesagt.

 

……. wenn Frauen rumlaufen, als wären sie Nutten“, sagte mir eine weltoffene Zwanzigjährige. Man kann heute vieles sagen, aber das Eingeständnis einer Mitschuld geht gar nicht, schon deshalb nicht, weil wir ausnahmslos alle Opfer sind. Frauen sind Opfer von Männern, und Männer sind Opfer von Frauen, Flüchtlinge sind Opfer einer falschen Politik, und die Politik ist das Opfer falscher Flüchtlinge. Man kann es drehen und wenden wie man will. Alle versuchen ihre Hände in Unschuld zu waschen, dabei sind wir vielleicht Täter und Opfer zugleich?

Wir befinden uns in einem grossen Dilemma, gesellschaftliche Trends erfassen im Guten wie im Schlechten alle und können nur schwer an einzelnen Personen oder Erscheinungen dingfest gemacht werden. Als Teil eines Ganzen liegt es dennoch in der Entscheidung eines jeden selbst, Trends und Meinungen zu folgen oder eben nicht.

Eine „Schlampe“ kann nicht erwarten, wie eine Lady behandelt zu werden, und eine Lady kann in der Regel davon ausgehen, nicht für eine „Schlampe“ gehalten zu werden. Kleider machen auch heute noch Leute. Die Unterscheidung ist zwar etwas schwieriger geworden, da gewisse Kleidungsstücke quer durch alle Gesellschaftsschichten getragen werden. Da sieht man Miniröcke bei Fünfzigjährigen oder Wäsche, die eigentlich mal für drunter gedacht war, wird „drüber“gezogen. Männer müssen gewollt oder ungewollt früh, mittags, abends und nachts mit dem Anblick von Hot Pants, verführerischen Dekolletés oder „gar nichts“ auf der Strasse, im Büro oder sonst wo zurechtkommen und die Botschaft, sei sie noch so widersprüchlich, irgendwie entschlüsseln. Wie? Weiss keiner genau, Intuition ist gefragt! Dass ausgerechnet Männer in der Regel darüber nicht verfügen, sondern diese Begabung Frauen zugeschrieben wird, ist nun wirklich Pech. Ruhe vor Frauen, die eher an die Gosse erinnern, findet man auch im öffentlich rechtlichen Fernsehen nicht. Welche Signale werden ausgesendet? Auch die zwei Mädchen sendeten wohl die falschen Signale, als sie mit Asylanten in die Wohnung gingen, Zärtlichkeiten austauschten und dann überrascht waren, dass dies als Einladung für mehr verstanden wurde.

In vielen anderen Bereichen ist glücklicherweise noch klar, was zu erwarten ist. So können wir in der Regel davon ausgehen, dass in einer Imbissbude Würstchen und keine Pflastersteine verkauft werden. Aber welche Erwartungen hat eine Gesellschaft, die sich mit Erotik und Pornos zumüllt, die ihre Jugend antreibt, besonders sexy zu sein, die zu jeder Tages- und Nachtzeit über Sex spricht und darüber erschrickt, dass es inzwischen zu sexuellem Missbrauch unter Minderjährigen kommt. Eine Gesellschaft, die pausenlos reizt, aber selbstverständlich Selbstbeherrschung einfordert. Klingt das nicht ein bisschen nach verlogener Gesellschaft, die sich mit Doppelmoral über Wasser hält?

So schlimm die Ereignisse in Köln waren und so tragisch, dass es viele Unschuldige getroffen hat, den Asylanten oder dem Islam kann man das Problem der sexuellen Gewalt nicht allein in die Schuhe schieben, dann dürften es Massenvergewaltigungen, wie wir sie in Indien erleben, nicht geben. Auch dürfte es in unserem Land nicht so tiefe Abgründe hinter verschlossenen Türen geben.

Nein, relativiert werden sollen die massenhaften Übergriffe in Köln keinesfalls. Dazu wurden schon viele gute Artikel geschrieben. Vielleicht wäre es zukünftig aber sinnvoll, ab und zu voraus zu denken? Horden junger Männer, die aus einem völlig anderen Kulturkreis kommen, benehmen sich nicht plötzlich so, als wären sie durch die Knigge Schule gegangen oder hätten die Gesetze des Gastgeberlandes studiert. Dass ein Land voller Experten so etwas Banales nicht erkennt?

Und natürlich hat das auch was mit dem Islam zu tun, dessen streng religiöse Moralvorstellungen ambivalent zu denen stehen, welche die jungen Muslime via Internet in sich aufnehmen. Aber hat es nicht vor allem mit uns Menschen zu tun? Mit unseren Werten, unserer Erziehung, unserer Religion? Geeignete Rahmenbedingungen einer zivilisierten Welt bieten den besten Schutz, eine Garantie gibt es allerdings nie. Auch wir besitzen nicht die moralische Überlegenheit, befreit zu sein von üblen Gedanken oder von allen Untugenden dieser Welt, selbst unser humanistisches Weltbild  ändert nichts daran. Der Ex-Jugoslawien-Krieg dürfte uns noch in bester Erinnerung sein. Dort haben Menschen ihre Arbeitsweste gewechselt wie Unterwäsche, vom smarter Barkeeper am Wochenende zum bestialischen Lagerführer in der Woche. Alles vereint in einer Person.

Im Krieg zeigt sich eben das wahre Gesicht. Noch herrscht bei uns ein „unsichtbarer“ Krieg zwischen Linken und Rechten, Gläubigen und Ungläubigen, Einheimischen und Ausländern, abgehobenen Veganern und primitiven Fleischfressern … Das kann aber ganz schnell kippen.

Es scheinen viele Phänomene ineinander zu greifen. Und die Frage stellt sich, unter welchen Umständen Frauen am wenigsten sexuell missbraucht werden?

Strenge Kleiderordnungen schützen vor sexueller Gewalt natürlich bei weitem nicht. Begünstigt wird Gewalt vor allem von falsch verstandener Hierarchie und Doppelmoral. Eine wahrhaftige Persönlichkeit ist nicht nur in der Öffentlichkeit, sondern auch hinter verschlossenen Türen integer. Das unterscheidet sie grundlegend von anderen, weil sie nicht zu den schizophrenen Pendlern zweier konträrer Welten gehört, die zugleich einen „Moralisten und  Exhibitionisten“,einen „Kinderhelfer und Missbrauchstäter“ in sich vereint.

Wenn Menschen ihre Minderwertigkeitsgefühle durch Überlegenheit und Macht kaschieren, Frauen und Kinder als Besitz betrachten und erniedrigen, sind sie auf dem besten Weg so zu werden, wie sie als „Humanisten“ nie sein wollten und Christen sind dabei, sich vom biblischen Gott meilenweit zu entfernen. Und Muslime?

Fakt ist, jede wahre Religion schützt Frauen und Kinder und vergewaltigt sie nicht.

Advertisements