Diese rassistischen Schweizer

Posted on 4. Februar 2015

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Grossspurig und anmassend kommen sie daher, als hätte die gesamte Welt auf sie gewartet. Kein Wunder, ist der Respekt nicht sonderlich ausgeprägt. Ein Tiefpunkt ist dann erreicht, wenn ich als „Papierli Schweizerin“ also eine mit Migrationshintergrund zusehen muss, wie auf einem kleinen Land mit Parolen wie „ausländerfeindlich“ oder „rassistisch“ rumgehackt wird, als hätte es den Anschluss an die moderne, tolerante Welt verpasst. Ausgerechnet in einem Land, in dem der Ausländeranteil überdurchschnittlich hoch ist und das mehr zustande bringt als die gesamte EU zusammen.

Blankes Entsetzen herrschte 1992 als die Schweiz gegen die EWR stimmte, so wie heute blankes Entsetzten herrscht über die zustande gekommenen Masseneinwanderungsinitiative. Laut des EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker gäbe es bzgl. Freizügigkeitsabkommen zwischen der Schweiz und der EU keine Annäherung der Standpunkte aber unter Freunden müsse man miteinander sprechen. Nach dem dahinterliegenden therapeutischen Ansatz: Es hat zwar nichts gebracht aber schön, dass wir mal darüber gesprochen haben?

Vielleicht wäre es besser, Herr Präsident, mehr direkte Demokratie in der EU sprechen zu lassen? Nicht nur die EU auch in der Schweiz wird aktuell versucht, die vom Volk angenommene Initiative abzuwürgen. Die Stimmrechtsbeschwerde hat im Nachhinein Klage wegen rassistischer Äusserungen eingereicht, mit dem Ziel die Initiative für ungültig zu erklären.

Die Absurdität scheint keine Grenzen zu kennen….

Lange Rede kurzer Sinn, kommen wir zu den Fakten des ausländerfeindlichsten Landes aller Zeiten:

  • Die Schweiz hat einen Ausländeranteil von 23,8 % (Deutschland 9,3%, Italien 7,3%, Frankreich 6,2 %, der Gesamtdurchschnitt der EU 7%)
  • 35% haben in der Schweiz einen Migrationshintergrund
  • Bei The 100 most international universities in the world 2015 belegt Lausanne Platz 1, Genf Platz 2, Zürich Platz 3
  • In der Schweiz gibt es 4 Amtssprache (21 Länder der EU haben 1 Amtssprache, 5 Länder 2 und Belgien und Luxemburg 3 Amtssprachen)
  • Die Schweizer Wirtschaft hat im internationalen Vergleich einen Öffnungsgrad von 47,5 % (Deutschland 42%, Frankreich 29%, Italien 28% und USA 15%)
  • Im KOF Globalisierungsindex liegt die Schweiz 2014 in der sozialen Globalisierung auf Platz 4

Also liebe EU, ab in die zweite Reihe und erstmal tief durchatmen. Die Schweiz lässt sich weder durch lautes Kavallerie Gebell noch durch fletschende EU Zähne aus der Reserve locken, dafür sorgt ein gesundes Mass an Selbstvertrauen.

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