Die Yoga Lüge

Posted on 7. November 2014

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Ich möchte Ihnen ja nicht die Freude verderben, und natürlich gönne ich es Ihnen, wenn Sie sich wohl „fühlen“ sich schneller aus dem Yogaknoten entwirren können als ich einen verdrehten Schnürsenkel oder mittels Klangschalen in Einklang mit sich selbst sind.

Aber finden Sie es nicht sonderbar, dass Yoga aus einem Land kommt indem alle 22 Minuten eine Frau vergewaltigt, im schlimmsten Fall gequält und an den Baum gehängt wird? Und die Kluft zwischen bitterer Armut und extremen Reichtum nirgendwo so gross ist wie in Indien? Die Zahl der indischen Millionäre ist siebenstellig aber das beeinflusst das Leben der rund 300 bis 400 Mio. Inder, die unter der Armutsgrenze leben kaum. Ausgerechnet aus diesem Land erhoffen wir Europäer uns eine ausbalancierte Spiritualität und schwören auf diese Meditationstechnik, als hinge Leib und Seele davon ab – von einer Yoga Tradition eines Landes, dass mit der Tradition Mädchen systematisch abzutreiben, einhergeht.

Ein Yoga Meister schrieb: „Traditioneller Einstieg ins Yoga beginnt mit dem Training ethischer Prinzipien im sozialen Kontext, wie der Berücksichtigung des gewaltfreien Umgangs mit anderen, der Verpflichtung zu Ehrlichkeit, sich nicht auf Kosten von anderen zu bereichern, Mass zu halten und der Praxis von Genügsamkeit.“ Anbetracht des Reichtums einzelner, muss das wie Hohn und Spott in den Ohren der 1,7 Millionen Kinder klingen, die im Jahr an Unterernährung sterben.

Der im Dauerstreit mit seinem Bruder stehende Mukesh Ambani, einer der rund 40 indischen Milliardäre und zugleich einer der reichsten Männer der Welt tut sich schwer Mass zu halten. Er kaufte seiner Frau einen Airbus und baute in Mumbai ein privates Hochhaus – nur für seine Familie und Gäste. 27 Stockwerke, vier Etagen allein für die 160 Autos. Drei Landeplätze für Hubschrauber. Und ein Raum, in dem der Hausherr es künstlich schneien lässt, wenn er Abkühlung sucht im heißen Mumbai. Das teure Bauwerk in der Millionen-Metropole ist vor allem eins: Symbol für Mukeshs Reichtum, für seine Macht und seinen Einfluss im ganzen Land.

Welchen vernünftigen Grund gibt es nun die zehn Yoga Grundsätze aus einem Land wie Indien zu übernehmen, wo offensichtlich nichts von alldem funktioniert? Hat doch Yoga zu keiner menschenwürdigen Veränderung der dortigen Gesellschaft geführt, obwohl massenhaft Geld für Wohltätigkeiten vorhanden wäre und dieses nach christlichem Vorbild für Schulen, Krankenhäuser, Kinder-oder Obdachlosenheime eingesetzt werden könnte. Gibt es denn dort so wenig praktizierende Yogis? Nein, natürlich nicht! Der Shivaismus hat in Indien Millionen von Anhängern und Tausende von Tempeln und Klöstern. Er ist neben Shaktismus und Vishnuismus eine der drei Hauptrichtungen des Hinduismus

Wieso glauben wir Europäer dann, mit fernöstlichen Weisheiten das Paradies auf Erden errichten zu können? Selbst in staatlich finanzierten Studentenaustauschprogrammen Namens „Erasmus“ wird Yoga angeboten. Nicht mal Kindergartenkinder werden davon verschont, selbst dann nicht, wenn Eltern ihre Bedenken äussern und ihr Kind dispensieren möchten, weil Yoga eben nicht neutral ist. Der 4. Yoga Grundsatz ist der Spiritualität Gottes gewidmet. Stellen Sie sich vor im Kindergarten würden man das „Vater unser“ beten. Welch einen Aufschrei gäbe es in unserer christlich abendländischen Gesellschaft. Ist es doch selbst den Behörden der KESP ein Dorn im Auge, aus der Not heraus, Kinder in frömmlerische Pflegefamilien stecken zu müssen. Die Angst durch ein Tischgebet beeinflusst zu werden, ist gar zu gross. Aber bei Yoga, droht nicht die geringste Gefahr. Meinen wir – wir Europäer – gutgläubig wie wir nun mal sind. Da kann ein Inder über uns „Aufgeklärte“ nur den Kopf schütteln. „Die Europäer sind so naiv, dass sie sich blind auf fernöstliche Meditationstechniken einlassen, ohne zu wissen, wohin die Reise führt“.

Ohne Helena Petrovna Blavatsky hätten wir diese Reise vielleicht nie angetreten. Die Theosophin, Okkultistin und Begründerin der esoterischen Weltanschauung war eine wichtige Wegbereiterin der Praxis von Yoga, Meditation und buddhistischer Übungen in Europa und Amerika. Ihr Interesse für Esoterik wurde durch die umfangreiche Bibliothek ihres Urgroßvaters, eines Freimaurers mit rosenkreuzerischer Ausrichtung, geweckt, die sie ausgiebig studierte. Die meiste Zeit verbrachte sie im Palais des Großvaters, wo sich fast jeden Abend geladene Gäste zu ihren Séancen zusammenfanden, um sich mit Tischerlrücken, Schreiben von Geisterbotschaften und anderen Manipulationen unterhalten zu lassen. Auf Reisen durch Europa, Asien und Amerika, die von ihrem Vater und Großvater finanziert worden seien, soll sie in dieser Zeit von Eingeweihten und „Meistern“ die Grundlagen ihrer späteren Lehren vermittelt bekommen haben. Im Mai 1888 konvertierte sie zum Buddhismus. Fortan pflegte sie den Kontakt mit Geistern, die sie als Meister und Mahatmas bezeichnete.

Ihre Geheimlehre stützt sich eklektizistisch auf Buddhismus, Hinduismus und verschiedene andere Weisheitslehren. Sie entwickelte die Vorstellung, dass Religionsstifter und andere herausragende Menschen wie Buddha oder Jesus nach ihrem Leben auf der Erde in eine spirituelle Sphäre eingehen, wo sie die „Große Weiße Bruderschaft“ bilden. Sie war die erste, die östliche und westliche Weisheitslehren zu einem neuen System verschmolz.
Blavatskys Lehre war für den Okkultismus und das Neuheidentum von großer Tragweite, erzeugte neue Lehren, Orden und Verbindungen und beeinflusste Schriftsteller und Künstler. Allerdings wurde Blavatsky schon zu Lebzeiten Betrug nachgewiesen, insbesondere im Zusammenhang mit den Meister-Briefen.

Nun hoffe ich, dass nicht wir Opfer eines riesigen Yoga-Betruges wurden, denn die weibliche Form Yogini bedeutet „Zauberin“. Heute praktizieren mindestens drei Millionen Menschen in Deutschland Yoga, darunter etwa achtzig Prozent Frauen.

PS Eine interessante Gegendarstellung zu H. P. Blavatsky gibt es unter dem Kommentar von S.O.

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