Die Lust am Bösen

Posted on 29. August 2014

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Ob Müller, Mayer oder Schulz… die dunklen Seiten machen sich in jeder Seele breit. Selbst grüne Moralapostel werden davon nicht verschont, wie kürzlich der in die Schlagzeilen gekommene Geri Müller verlauten liess, falle es ihm schwer öffentlich zu sagen, dass es auch noch eine dunkle Seite und ein dunkles Element gibt, bei denen man Dinge macht, die man selbst nicht versteht.

Alles fing ganz harmlos mit einer 33 jährigen Chatbekannschaft an und geriet irgendwann ausser Kontrolle. Ob es die alte „Chat-Schlange“ war, die ihn verführte, nicht mehr Herr seiner Sinne zu sein und ihn veranlasste die Hosen in seinen Amtsräumen runter zu lassen? Müller beteuerte, dass der Sex Chat keine erregende Funktion gehabt habe, sondern lediglich ein intellektueller Austausch gewesen sei. Damit befindet er sich bei Weltverbesserern wie Cohn-Bendit in bester Gesellschaft. Auch er pflegte ja eigentlich nur eine Art intellektuellen Austauschs mit Kindergartenkindern. Natürlich sollte die Privatsphäre eines Politikers gewahrt werden, trotzdem stellt sich die Frage nach der Integrität einer Persönlichkeit, die ein politisches Amt versieht und damit immer eine Vorbildfunktion übernimmt.

Die dunkle Seite kann schwerlich intellektuell vom Tisch gefegt werden. Wohin nur mit ihr? Hat Geri Müller doch aus seiner Weltsicht alles richtig gemacht, als energischer Atomkritiker, als Kämpfer für die Cannabis-Legalisierung, als Kinderlobbyist für Stimmrechtsalter, als Vegan Trend Unterstützer und als Hamas-Sympathisant. Dass ausgerechnet jetzt Der Spiegel mit der Schlagzeile: „Der Staat des Bösen“ die Kämpfer vom „Islamischen Staat“ anprangert, ist wirklich Pech für Müller. Vielleicht hätte er sich nicht mit dem „Bösen“ einlassen sollen? Pervertiert das Böse, gibt es keinen Halt mehr dann werden Gegner öffentlich gekreuzigt oder geköpft und zur Abschreckung über soziale Netzwerke verbreitet. Der ehemalige linke Journalist und IKRK Delegierte Eugen Sorg wurde von seinem naiven Weltbild kuriert, nachdem er als Kriegsberichterstatter in Ex Jugoslawien unterwegs war. Seine Erfahrungen hat er in dem Buch „Die Lust am Bösen“ niedergeschrieben, das mit folgendem Zitat endet: „Die grösste List des Teufels war es, uns zu überzeugen, dass es ihn nicht gibt.“

In Hollywood kursiert der, die oder das Böse gemässigter. Dort ist es ein Schmelztiegel aus Neid, Narzissmus, Voyeurismus und Intrigen bestätigt der Regisseur David Cronenberg. „Die Realität von Hollywood ist immer noch ein gutes Stück abgründiger, als man sie sich in seiner Vorstellung je hätte ausmalen können“ meinte er in einem Interview zu seinem neuesten Film „Maps to the Stars„.

Und bei uns? Sind wir nicht alle davon betroffen? Einige Christen wissen das, deshalb beten sie im Vater unser „Erlöse uns von dem Bösen“ – vor allem IN uns….

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