Wenn Wollust zur Tugend wird

Posted on 10. Juli 2014

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Na?? Waren Sie heute schon im Darkroom? Nicht? Finden Sie denn das Hässliche nicht schön? Aber in was für einer Zeit leben Sie denn? Wussten Sie denn nicht, dass Wollust heute als das Nonplusultra kulturellen Fortschritts zelebriert wird? Je lasziver desto besser. Sodom und Gomorrha pur, wobei ich nicht weiss, ob man damals auch an der (Hunde)-Leine seine sexuellen Vorlieben öffentlich zur Schau stellte. Warum müssen wir eigentlich so einen Schwachsinn im Namen der zukünftigen EU überwachten Toleranz erdulden aber das Tragen einer Burke im öffentlichen Raum wird als Zumutung empfunden? Der Europäische Gerichthof untermauerte das Verbot, bei dem es um das Recht anderer Bürger geht, nicht durch den Anblick solcher Frauen gestört zu werden.

Wörtlich im komplizierten Juristendeutsch heisst es: „Das Gericht konnte den Standpunkt nachvollziehen, demzufolge einzelne Bürger es ablehnen könnten, im öffentlichen Raum Praktiken oder Haltungen zu sehen, welche die Möglichkeit offener zwischenmenschlicher Beziehungen infrage stellen, die aufgrund eines bestehenden Konsens einen unverzichtbaren Bestandteil des Gemeinschaftslebens innerhalb dieser betreffenden Gesellschaft darstellen.“ Der Staat habe daher das Recht, den Schleier als „Verletzung der Rechte anderer, in einem Raum der Sozialisation zu leben, der das Zusammenleben erleichtert“, zu verbieten.

Ein Staat verfolgt also das „legitime Interesse“ uns vor dem Anblick religiös verschleierter Frau zu schützen. Hat er auch ein Interesse daran, uns vor schamlosen, vulgären Menschen und öffentlichem Sex zu schützen? Im Gegenteil! Das schweizerische Bundesamt für Gesundheit mischt da jedenfalls fleissig mit. Ende Juli sollen Plakate den öffentlichen Raum zieren. Unter der Devise „Bereue nichts“ wird die Bevölkerung gebeten, sich für eine „Aids-Porno Kampagne“ zur Verfügung zu stellen. Um den Zug nicht zu verpassen, begeben Sie sich bitte auf Gleis „Wollust“ in Richtung „Tugend“.

Sollten Sie jemals bereuen, daran teilgenommen zu haben –ha ha – Sie sind und bleiben im virtuellen Netz gefangen, ob Sie wollen oder nicht. Es gibt kein zurück mehr! Perfid, dass ausgerechnet das Bundesamt für Gesundheit dahintersteckt! Also ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber meine Nerven halten das nicht mehr aus. Mir bleibt nur eins….


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