Intolerante Volltrottel

Posted on 25. Januar 2014

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Die Zeiten haben sich nicht geändert. Schon immer gab es Menschen, die zur Zielscheibe für Gespött gemacht wurden, denken wir nur an den Dorftrottel, der vielleicht mehr in „Herz und Birne“ hatte als alle anderen zusammen. Heute werden Menschen zu reaktionären, intoleranten Volltrotteln erklärt, wenn sie sich nicht einer Minderheit anschliessen, ganz besonders dann, wenn es um Sex geht. Vielfalt ist gefragt, aber nur, wenn es um sexuelle und nicht, wenn es um Meinungs-Vielfalt geht. So gibt es die Guten und die Bösen. Die Bösen sind diejenigen, die so lieblos sind, das „Hässliche“ nicht sonderlich schön zu finden und die Guten sind die anderen.

Also zwei Kategorien von Menschen, diejenigen, die dafür sind und diejenigen, die dagegen sind. Auf Sex bezogen heisst das: Es gibt die Enthemmten oder die Verklemmten. Beliebig fortsetzen können wir dieses Schubladendenken in arm oder reich, dick oder dünn, schön oder hässlich, richtig oder falsch, tolerant oder intolerant oder aber in Opfer oder Opfer. Sie haben richtig gelesen! Täter passen nicht mehr in ein selbst-konstruiertes „menschenfreundliches“ Weltbild und die damit verbundene Schuld auch nicht. Dafür gibt es jede Menge Opfer, und Opfer, dass wissen wir alle, sind niemals schuld. Sie können nur noch darum wetteifern, wer denn die wichtigeren Opfer sind. Nur bei den „Intoleranten“ wird es sehr diffizil. Da macht man eine Ausnahme, die sind ausnahmslos immer Schuld. Diese Totschlagkeule hat es sowieso in sich, da mir momentan nicht so ganz klar ist, wer denn nun die Intoleranten sind. Sind es nun diese oder jene? Kann jemand, der Akzeptanz einfordert überhaupt tolerant sein? Denn Akzeptanz bedeutet in diesem Zusammenhang nichts anderes, als anderen den eigenen Willen aufzuzwingen, weil der Wille der anderen eben NICHT toleriert wird.

Jedenfalls macht es uns diese Entweder-oder Denken leichter und die damit verbundenen Assoziationen ermöglichen es uns, wenigstens einigermassen halt zu finden, anstatt in uferlosen Differenzierungsversuchen den Boden unter den Füssen zu verlieren. Grösste Irritation bricht eigentlich nur dann aus, wenn einer nicht so ist, wie er sein sollte. Die klassischen Prototypen machen es einem da auch nicht einfacher. So schwirren uns automatisch Bilder der typischen

Hausfrau oder Karrierefrau,

des typischen Bankers oder Sozialarbeiters, des typischen Deutschen oder Schweizers, des typischen Juden, Christen oder Moslems durch den Kopf. Und wenn wir ehrlich sind, steckt zu „allem Übel“ hinter jedem Klischee auch noch ein Fünkchen Wahrheit.

Bei politischen Auseinandersetzungen ist das nicht anders. Amüsanter Weise kann ich aus dieser Perspektive, aufgrund meines Engagements in der Schutzinitiative oder bei kid-care , eigentlich nur eine typische Doppelmoralisten sein, eine Heuchlerin eben, wie sie nicht schlimmer als im viktorianischen England hätte sein können, eine „konservative Untergangsprophetin, eine ewig gestrige, verklemmte und prüde und vor allem eine, die verbieten will. Dabei ist es mir völlig gleich, ob Sie sich wie ein Sau benehmen oder nicht – Ihre Entscheidung, ob Sie Pornos schauen oder nicht – Ihre Entscheidung, (meinetwegen können Sie auch einen Cognac dazu trinken), ob Sie Hetero, Homo, Bi, Trans, Poly; Sado-Maso oder sonst was sind – Ihre Entscheidung und wenn für Sie Sex das Gleiche wie Essen oder Trinken sein sollte, ist mir dies ebenfalls völlig egal. Falls Sie verhungern oder verdursten ist das zwar bedauerlich, aber Sie müssen wenigstens keine Angst haben, zu „versexen“, soviel ich weiss, ist noch niemand daran gestorben.

Allerdings ist es mir nicht egal ist, was wir bei all dem unseren Kindern zumuten. Wenn Kinder und Jugendliche beispielweise sagen, sie wären froh gewesen, gewisse Bilder im Internet lieber nicht gesehen zu haben oder wir sie mit der sexuellen Vielfalt, die auf der Agenda der Queer-Aktivisten steht, indoktrinieren, sollte uns das vielleicht zu denken geben, die Frage ist nur, ob überhaupt jemand über seinen eigenen Gartenzaun hinausdenkt …..

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