„Mein Körper und meine Seele gehören mir“

Posted on 8. November 2013

1


Erwartungsgemäss verlief der gestrige Abend trotz des fabelhaft ausgesuchten Titels „Mein Körper und meine Seele gehören mir“ schwammig. Aber an Schwammigkeit im Umgang mit Behörden bin ich in der Zwischenzeit gewöhnt – obwohl ich mich von Vertreterinnen des Staates Basel aus dem Präsidial- und dem Erziehungsdepartement auch gerne mal positiv überraschen liesse …

So verstanden die Repräsentantinnen der Obrigkeit dann auch nicht wirklich – oder wollten vielleicht auch nicht verstehen – was Menschen bewegt, die nicht so sind wie sie. Obwohl sie immer wieder verständnisvoll lächelnd dreinblickten, stellten sie sich im nächsten Moment hinter ihr eigenes System. Was das mit Dialog auf Augenhöhe oder gar Toleranz zu tun hat, weiss ich auch nicht.

Kurz zur Sprache kam dann auch ein Bundesgerichtsentscheid über Yogaübungen im Kindergarten, Eltern wollen ihren Sohn vom Yoga im Kindergarten dispensieren lassen, weil sie darin eine hinduistische Religionslektion sehen. Zu Unrecht, befand das Gericht. Hier wird ganz klar mit unterschiedlichen Ellen gemessen, denn eine christliche, jüdische oder muslemische Kindergärtnerin dürfte sich so etwas auch nicht erlauben! Obwohl ein gemeinsames Gebet unter dem „Deckmantel“ Entspannungsübung im Kindergarten genauso wenig „schadet“. Aber der Staat hat sich für eine Ersatzreligion entschieden, die es zu fördern gilt, er weiss nur selbst noch nicht, worauf er sich da eingelassen hat …

Die wirklich spannenden Fragen wie: „Was ist das Wohl des Kindes?“ „Wer definiert das?“ „Welche Werte liegen den Menschenrechten zugrunde?“ verhallten in dieser Podiumsdiskussion dann auch im NICHTS …

Und die sinngemässen Aussagen einiger Teilnehmer aus dem Lager „ist doch alles gut so, was habt ihr denn, Sex ist doch natürlich und eigentlich für alle da“ riefen in mir Übelgefühle hoch drei hervor. Dass auch andere so denken, erfahren Sie in meinem nächsten Blog.

Mein Respekt gilt der jüdischen und muslemischen Mutter und Herrn Rubeli, dem das ganze wohl auch etwas zu platt schien. Recht hat er! Denn so etwas brauchen religiöse Basler Muslime, Christen und Juden nun wirklich nicht – oder?

Bleibt die Frage, ob die Verhandlungen doch besser ohne den Staat weitergeführt werden sollten?

PS Wenn dem Staat das Wohl des Kindes wirklich so wichtig ist, dann soll er ausserdem zeigen, dass er es ernst meint! Alarm, Alarm!

Advertisements