Die fragwürdigen Wurzeln der emanzipatorischen Sexualerziehung

Posted on 1. Juli 2013

9


Die Emanzipation der 68er hat sich inzwischen gut in der emanzipatorischen Sexualpädagogik etabliert. Der freizügige Umgang mit Sexualität in Wort und Bild und das Brechen letzter Tabus hat ein ehemals stilles Gewässer in einen rauschenden Fluss verwandelt. Ohne Rücksicht auf Verluste wird alles mitgerissen, was nicht niet- und nagelfest ist. Die saloppe Schmuddelsprache von damals hat Einzug in die moderne Sexualpädagogik erhalten. Angeregt durch den Initiator der „emanzipatorischen Sexualpädagogik“ und bekennenden Pädophilen Prof. Helmut Kentler, der dringend „päzisierenden“ Gebrauch von Gossensprache für alles, was mit Sexualität zu tun hat, empfahl. Konkret umgesetzt wird dies heute in unseren Bildungseinrichtungen beispielsweise mit dem sogenannten Sexteppich, einer Collage aus Papierschnipseln mit obszönen Begriffen. Kinder dürfen alles aufschreiben was ihnen so an Obszönitäten in den Sinn kommt, kommt ihnen zu wenig in den Sinn, helfen vermutlich Experten gerne nach.

Vor dem Hintergrund der „sexuellen Befreiung“ ist es auch nicht erstaunlich, dass Prof. Dr. Uwe Sielert, eine ebensolche Koryphäe in der sexualpädagogischen Landschaft wie Helmut Kentler, für eine sexuelle Bildungsoffensive plädiert, um der  emanzipatorischen Sexualpädagogik zum Erfolg zu verhelfen, die neben der Diskriminierung von Minderheiten und der Gleichberechtigung von Homo- und Heterosexuellen, auch für die sexuellen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in einer erwachsenenzentrierten Gesellschaft eintritt“.
Nebenbei bemerkt, tritt die AG Pädo eine ehemalige Arbeitsgruppe des Bundesverbandes Homosexualität (BVH) resp. die neugegründete AHS, für die gleichen Rechte ein.

Ganz allgemein eingebettet wird dies in Grundrechte, die laut Grundlagenpapier Sexualpädagogik und Schule (S. 19) im Bereich der Sexualität und Beziehung nicht verhandelbar sind.

Wie unschwer zu erkennen ist, werden Elternrechte hier massiv eingeschränkt. Die immer wiederkehrende Wiederholung, die Hauptverantwortung der Sexualerziehung liege bei den Eltern, wird zur Farce, da der Unterricht für alle obligatorisch ist und Eltern somit für unmündig erklärt werden. Mündig hingegen wird jedes Kind, weil das zentrale Leitthema der Emanzipation die Selbstbestimmung ist. Und dies bedeutet, sich unabhängig zu machen aus der Abhängigkeit der Eltern, die sexuelle Integrität der Kinder soll quasi vor dem Einfluss der eigenen Eltern geschützt werden – und dafür von Staat, Schule und sogenannten Experten „gendergerecht“ beeinflusst werden. Als Vehikel dazu dienen die oben genannten Grundrechte. Von besonderer Bedeutung für die Schule gilt „das Recht auf Information und Bildung“, weil den Kindern nichts vorenthalten werden soll, was nach Meinung der Experten zu einer gelungenen Sexualität beiträgt.

Emanzipatorische Pädagogen meinen also viel, behaupten noch mehr, am meisten jedoch fehlen ihnen dafür wissenschaftliche oder empirische Beweise. Die Experimentierfreude ist entsprechend ausgeprägt und lädt dazu ein, die Schamgefühle der Kinder mit abstrusen Nackt-Spielen in Kindertagesstätten und Kindergärten  aufzubrechen. Dass es sich hierbei um ähnliche Spiele handelt, wie jene aus dem umstrittenen Frankfurter Stadtmagazin „Plasterstrand“ der 70iger Jahre, scheint kaum jemanden zu irritieren. Dort hiess es: „Die Kinder ziehen sich nackt aus, spielen nackt miteinander, lernen ihren und den Körper anderer Mädchen und Jungen kennen, legen zwanghafte Ängste ab…“ Dass man damit einen gesetzlichen Konflikt heraufbeschwört war bekannt. So hiess es weiter: „Das meiste von dem, was für Kinder in der Kita gut ist, ist illegal“.

Heute propagieren Sexualpädagogen Spiele, die noch eine Spur weitergehen .Die „rechtliche“ Grundlage liefert die WHO in den „Standards für die Sexualaufklärung in Europa„. Dort wird das Recht der Kinder auf Nacktheit und den Körper zu erkunden und neugierig zu sein vorsichtshalber schon mal proklamiert! Und im Handumdrehen wird aus illegal LEGAL.

Wenn dann der Gesellschaft erfolgreich suggeriert wurde, dass Sexualität der gesellschaftlichen Veränderung unterliege und Scham genauso willkürlich und moralisch überholt seien, wie „Mann oder Frau sein“ und aufgrund dieser Beeinflussung die Schamgefühle bei den Kleinsten überwunden sind, wird mit den etwas Älteren schamlos über sexuelle Orientierungen, sexuelle Praktiken, Masturbation, Orgasmus und nicht zu vergessen Gender-Orientierung gesprochen.

Und der Thematik Pornografie möchten Experten nicht etwa Einhalt gebieten, sondern mit einer „Pornokompetenz“ begegnen. Deshalb suchen sie Mittel und Wege, um diese rechtmässig einzusetzen: “ Als erwachsene Privatperson darf ich Jugendlichen unter 16 Jahren kein Porno-Material zugänglich machen. Wir sind daran abzuklären, ob wir als Fachstelle mit Bildungsauftrag bis zu einem gewissen Grad davon befreit werden können.“ Dies deckt sich wieder mit den Ansprüchen der emanzipatorischen Sexualpädagogik, die sich gegen den allseitigen Jugendschutz wendet und stattdessen der Frage nachgeht, wie viel Risiko die Menschen selbst bewältigen können.

Der emanzipatorische Mensch setzt sich selbst zum Massstab, ist niemandem –höchstens sich selbst – Rechenschaft schuldig, selbstbestimmt regiert er auf seinem Thron mit Königskrone und Zepter über Leben und Tod, keine höhere Instanz über sich duldend, weder Eltern noch Gott, sondern einzig und allein seinem individuellen ICH folgend.

Erlaubt ist daher alles, was Lust bereitet, selbst die inzwischen anerkannten dunklen Seiten der Sexualität werden nicht mehr als Perversionen oder Krankheit verstanden, sondern haben ihre volle Berechtigung, da man sich von moralischen Leitlinien wie „richtig oder falsch“, „gut oder böse“, „normal oder abartig“ längst verabschiedet hat. Folgerichtig gibt es auch beim in Schulen eingesetzten Parcours „Mein Körper gehört mir“ kein richtig oder falsch. „Die Schülerinnen und Schüler werden von den Pädagogen darin bestärkt, individuell Lösungen zu suchen, da ihre (ja oder nein) Gefühle und Meinungen der Massstab sind. Als Krönung dürfen sie zu guter Letzt einen Thron besteigen.

Alles, was einer gewissen Ordnung dem Wohle der Allgemeinheit zu Grunde lag und einer „Normalität“ entsprach, wird aufgegeben bzw. ins Gegenteil verkehrt. So tritt die emanzipatorischen Sexualpädagogik für den Eigensinn der Individuen ein und für ihr Recht, auch spontan, unüberlegt und gelegentlich in Extremen zu handeln … Ob mit Extremen „sexuelle Abweichler“ gemeint sind, bzw. „sexuelle Minderheiten“, denn diese verkündeten beispielsweise 1980, nicht sie seien krank, sondern die Gesellschaft, deren Normen aus der Sexualität ein Problem machen. Pädophilie, das sei nichts anderes als eine „andre Gesundheit“. Nach eigenen Angaben stiessen sogar solche „sexuellen Abweichler“ auf Wohlwollen bei Sexualpädagogen und bei der Quellenangabe des WHO Papiers „Standards für die Sexualaufklärung in Europa“ kamen sie auch nicht zu kurz.

Wer will heute schon dagegen anstehen, wenn Minderheiten ihre Rechte einfordern? So ist zu befürchten, dass Pädophilie in naher Zukunft gleich wie Homosexualität international medizinisch neu beurteilt wird, was bedeuten würde, pädophile Beziehungen rechtlich anzuerkennen. Das wiederrum könnte die Basis dafür sein, die ehemalige Allianz zwischen der Homosexuellen- und Pädophilen Bewegung wieder aufzufrischen. Diese schien in den 1990er Jahren „zerbrochen“, weil Schwulengruppen die Erfahrung gemacht hatten, dass ihnen „Ächtung“ drohte und deshalb die Gefahr bestand, politisch nichts mehr ausrichten zu können.

Nachdem nun fast alles ausgerichtet und politische Ziele auch mit Gewalt erreicht wurden, droht Gefahr in den Augen einiger Sexualexperten von „verklemmten“ Erwachsenen, weil sie Schuld daran sind, dass fast fünfzig Jahre nach der sexuellen Revolution, Jugendliche im Sexualkundeunterricht nicht sehen dürfen, wie Sex geht.

So werden Erwachsene systematisch verunsichert! Und Eltern, die sich nicht für die emanzipatorische Sexualerziehung erwärmen können, werden von besonders Toleranten als spiessig, prüde, fundamentalistisch oder hinterwäldlerisch diffamiert. Aus der Optik mancher Sexualpädagogen sind eben solche „verklemmten“ Erwachsenen die eigentlich Kranken und sie, „die emanzipiert Enthemmten„, die Gesunden. Verdreht wird nicht nur diese Tatsache, sondern sämtliche Realitäten, die sich nicht mit den Ansätzen der emanzipatorischen Sexualpädagogik decken. Hier wird erkennbar, dass es nicht um Neutralität, sondern um Weltbilder geht. So schreiben emanzipatorische Sexualpädagogen wenigstens ehrlicherweise selber, „dass Sexualpädagogik nicht voraussetzungslos betrieben werden kann. Sie geht immer aus von weltanschaulichen Prämissen und einem Menschenbild…“.

Und weil sich mein Menschenbild nicht mit dem der emanzipatorischen Sexualpädagogik deckt, denke ich nicht im Traum daran, meine Kinder für „emanzipatorische Experimente“ zur Verfügung zu stellen, dafür ist mein Weltbild viel zu vernünftig. Ich hoffe, Ihres auch?

Advertisements
Posted in: Sexualerziehung