Mädchen-Abtreibung in Indien: Warum gehen Feministinnen nicht auf die Barrikaden?

Posted on 27. April 2013

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Ich habe mich schon immer gefragt, warum Feministinnen nicht auf die Barrikaden gehen und sich gegen die Abtreibung weiblicher Föten einsetzen, wie es in Indien und China praktiziert wird. Gelten doch dort Töchter wenig und Dank der Pränatal Diagnostik werden diese systematisch immer häufiger abgetrieben.

Wo bleiben die entsetzten Stimmen der Feministinnen? Sind diese denn so sehr mit dem Umwälzen der Gesellschaft, mittels Quoten, geschlechtsneutraler Sprache oder gender-gerechter Bibelübersetzung beschäftigt? Oder zeugt das kollektive Schweigen gar davon, keine griffigen Argumente zur Hand zu haben? Ganz von der Hand zu weisen ist es nicht – das mit den Argumenten. Denn die Frage, warum denn nun Abtreibungen, die sich gegen Mädchen im Besonderen richten nun schlimmer sein sollen als gegen Kinder im Allgemeinen, ist nicht so einfach zu beantworten. Handeln doch die InderInnen gleich pragmatisch wie die EuropäerInnen. Die InderInnen glauben, das Töchter eine Bürde sind und Söhne ein Gewinn und die EuropäerInnen glauben, dass Kinder eine Bürde sind und Karriere ein Gewinn. Warum sollte das eine „unethischer“  als das andere sein? Beide stellen eine Kosten-Nutzen Rechnung und beide orientieren sich an den Massstäben der jeweiligen Gesellschaft oder Betrachten ganz nüchtern ihre eigenen Wünsche.

Oder: welches der beiden Kinder würde wohl dem Wunschbild der Feministinnen eher entsprechen, wenn ein Blick in die Zukunft möglich wäre?

Mädchen mit Barbie?

 

Junge mit Staubwedel?

Vermutlich würden die Herzen der Feministinnen beim Anblick des kleinen Jungen höher schlagen, denn so beklagt Andrea Maihofer, Gender Professorin in Basel „Bei der Hausarbeit sind viele Männer nach wie vor sehr resistent. Irgendwie wollen sie das nicht so recht.“

Ein weiterer Erklärungsnotstand fügt sich in den Reigen des Schweigens, denn als Kämpferin für das Recht auf Abtreibung können sie doch nicht plötzlich die Gegenposition einnehmen, bloss weil es um das systematische Abtreiben von Mädchen geht. Wäre doch äusserst merkwürdig, gegen etwas zu sein, was man selbst eingeführt und gesetzlich verankert hat. Ganz konfus wird es aber schliesslich erst, wenn man die vom Feminismus gestützte Genderdebatte einfliessen lässt. So soll es doch laut Gender die Unterscheidung des biologischen Geschlechtes nicht mehr geben, sondern diese sollen aufgelöst und durch Genderidentitäten ersetzt werden. Und wenn es in den Augen der Genderfeministinnen biologische Geschlechter nicht mehr geben soll, kann man diese schlecht in weiblich und männlich einteilen und deshalb auch nicht nach solchen Gesichtspunkten abtreiben. Sie finden das irre? Ich auch! Trotzdem bleibt den Gender-Feministinnen nichts weiter übrig, wenn sie an ihre eigene Genderidee glauben, nämlich weiterhin zu schweigen und zuzusehen, wie ihr eigenes Geschlecht routinemässig vernichtete wird und sie dadurch ihr eigenes Grab schaufeln.

Da Feministinnen anscheinend nur ungern etwas dem Zufall überlassen, setzen sie lieber auf künstlich geschaffene Frauenquoten, als auf sogenannte natürliche Quoten. Eine solche natürliche Quote wäre nämlich das Verhältnis von 103/bzw.104 Jungen zu 100 Mädchen, welches für alle ethnischen Gruppen seit Menschengedenken gleich ist. Dieses stabile Geschlechterverhältnis hat ohne menschliches Zutun, eben auf natürliche Weise, dafür gesorgt, dass kein grosses Missverhältnis zwischen den Geschlechtern entsteht. Nun ist der Damm auf unnatürliche Weise wiederrum durch feministische Menschenhand gebrochen und mit der Abtreibungsflut hat die Kultur des Todes Einzug gehalten. Es wurden inzwischen 160 Millionen weibliche Föten hinweggespült, irgendwie entsorgt oder als Kosmetik (Kosmetik!) verarbeitet. Hat doch irgendetwas heidnisch – barbarisches an sich oder etwa nicht?

Und dieses Missverhältnis führt zu weiteren Komplikationen, denn der soziale Frieden ist bei dieser nicht zu verheiratenden Überzahl an Männer mächtig gestört und Bürgerkriege realistischer denn je geworden. Von der damit einhergehenden Gewaltbereitschaft und dem Frauenhandel ganz zu schweigen.

Irgendetwas scheint dran zu sein: „…dass bei linker (feministischer) Politik grundsätzlich das Gegenteil des angeblich Erstrebten herauskommt. (Manfred Klein „Warum ich kein Linker mehr bin“)

Man traut sich gar nicht so weit zu denken, aber bei „Gerechtigkeitsfanatikerinnen“ muss man vielleicht doch auf alles gefasst sein und so könnte es durchaus sein, dass sie auf die Idee kommen, ihr Gegenrecht einzufordern. Für jedes getötete weibliche Embryo in Indien ein totes männliche Neugeborene, um das Ungleichgewicht im Namen der Gerechtigkeit auszumerzen und dafür geht man manchmal sogar über Leichen…

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