Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler …

Posted on 4. September 2011

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Prof. Dr. Hans-Jochen Gamm

Prof. Dr. Hans-Jochen Gamm

Hoppla, das stammt jetzt nicht von mir, sondern vom“altehrwürdigen“ deutschen Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Hans-Jochen Gamm. Das Zitat bekommt durch Dr. Sigmund Freud noch das nötige wissenschaftlich fundierte psychologische Gewicht: „Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehungsfähig“. Aber, für wen und wozu nicht mehr erziehungsfähig? Gehen wir erst mal noch ein wenig zurück, da die heutige Sexualaufklärung besonders stark auf die „linken“ Ideale zurückzuführen sind, die per se natürlich nicht alle schlecht waren, einige davon sollten uns aber doch zu denken geben.

Zwei Strömungen machen sich bei der Umsetzung der flächendeckenden Sexualerziehung bemerkbar. Eine politisch links-grün orientierte Strömung und eine starke Lobby, die sich besonders für Minderheiten einsetzt, was berechtigt ist: Auch Minderheiten haben ein Recht auf Religionsfreiheit und freie Meinungsäusserung, sie dürfen sich einbringen – aber auf Kosten der Mehrheit? Dass sich bei beiden Strömungen manch einer Instrumentalisieren lässt, ohne sich dessen bewusst zu sein, steht ausser Frage, dafür hat uns die Geschichte genug Anschauungsmaterial geliefert.

Die politisch links orientierte Richtung (Neomarxismus) gründet letztendlich auf der Ablehnung aller bürgerlichen Ideale, die schon Marx und Engels in ihrem „kommunistischen Manifest“ mit der Aufhebung der Familie verdeutlichen: “Werft ihr uns vor, daß wir die Ausbeutung der Kinder durch ihre Eltern aufheben wollen? Wir gestehen dieses Verbrechen ein. „Aber, sagt ihr, wir heben die trautesten Verhältnisse auf, indem wir an die Stelle der häuslichen Erziehung die gesellschaftliche setzen“. Und ist nicht auch eure Erziehung durch die Gesellschaft bestimmt? 

„Die Durchsetzung der sozialistischen, proletarischen Diktatur erfordert die Beseitigung des Mittelstandes, Zerstörung der Familie und Ausschaltung der christlichen Religion durch allgemeine Sexualisierung“ (Zitat wird  Friedrich Engels zugeschrieben, siehe unten) Der Mittelstand hat es heute wahrlich schwer, die Familie nicht minder und die christliche Religion befindet sich auch nicht gerade auf dem Höhepunkt. …

2002 verkündete Olaf Scholz, damals SPD-Generalsekretär und seit dem 7. März 2011 Erster Bürgermeister von Hamburg , die rot-grüne Regierung wolle durch den Ausbau der Ganztagesbetreuung eine „kulturelle Revolution“ erreichen und „die Lufthoheit über den Kinderbetten erobern„. Neben (begrüssenswerter) wichtiger steuerlicher Entlastung der Familien forderte die Züricher SP Nationalrätin und frühere Bundesratskandidatin Jacqueline Fehr mehr Angebote in Krippen, Tagesfamilien und Tagesschulen „denn jedes Kind hat ein Recht, von diesen pädagogisch wichtigen Angeboten zu profitieren“. Nun stellt sich die Frage, warum entsprechende Angebote nicht zuerst den Eltern gemacht werden, die sich selbst um die Erziehung ihrer Kinder kümmern wollen aber aus finanziellen Gründen nicht in der Lage dazu sind?

Fehr wirft in einem Interview über Familienpolitik der Wirtschaft vor „Die Wirtschaft rechnet nicht, sondern lässt sich von Ideologien leiten.“ Kann ich jetzt daraus schliessen, dass SP-Nationalrätin Fehr sich nicht von Ideologien leiten lässt, sondern als sozial denkender Mensch streng ökonomisch denkt? Die Basler SP-Nationalrätin Silvia Schenker schliesst sich dem an: „Tagesschulen sollten immer mehr zum Regelfall werden!“ (Basler Zeitung vom 29.Januar 2011) Ich hoffe, ein Kind kann auch vom Recht Gebrauch machen, auf dieses pädagogisch wichtige Angebot der SP-Nationalrätinnen zu verzichten? Oder sind die Kinder nur mündig, wenn es darum geht, ihr Recht auf Tagesschule und Sexualerziehung (auch gegen den Willen der Eltern) einzufordern aber unmündig darüber zu befinden, ob sie von dem Recht Gebrauch machen wollen? (Apropos Kinderrechte: Haben ungeborene Kinder eigentlich auch ein Recht darauf, nicht abgetrieben zu werden? Oder um wessen Recht handelt es sich hier?)

Prof. Dr. Hans Schieser

Prof. Dr. Hans Schieser

Eine heikle Frage „Das Recht auf Wahlfreiheit“, die man am besten mit einem Obligatorium in Sachen Frühsexualerziehung an den Volksschulen umgehen könnte. Wie sollen wir die von Politisierenden und Experten reklamierten Rechte handhaben, wenn andere renommierte Experten wie der Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Hans Schieser festhält, dass Kinder im Grundschulalter von sich aus gar kein Interesse an tiefgehender Frühsexualaufklärung haben. So ist es natürlich zielführend, die Kinder frühzeitig über ihre Rechte aufzuklären, um sie schon mal richtig einzuspuren. Manchmal „heiligt“ sogar bei Atheisten der Zweck die Mittel.

So haben wir ja schon gelesen: „Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehungsfähig“. Nur entsteht hier ein Widerspruch in sich, weil doch eigentlich die Eltern und die Lehrpersonen eine erzieherische Funktion einnehmen sollten, es aber durch die Freud’sche These der sexuellen Stimulierung verunmöglicht wird. Oder ist hier etwa nur die traditionelle familienorientierte Erziehung gemeint? Man lese, was der Experte Professor Gamm dazu zu sagen hat: „Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen und den Autoritätsgehorsam einschliesslich der Kinderliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen.“ (Handbuch für Lehrer, – “Anleitung zur Handhabung der Rahmenrichtlinien für Sexualkunde in Hessen”)

Aus diesem Grund fordern wohl die schweizerischen Jungsozialisten das Zeigen von Pornos in der Schule?  Bruno Wermuth der populistische Sexualtherapeut alias „Dr. Sex“  meint dazu: „Als erwachsene Privatperson darf ich Jugendlichen unter 16 Jahren kein Porno-Material zugänglich machen. Wir sind daran abzuklären, ob wir als Fachstelle mit Bildungsauftrag bis zu einem gewissen Grad davon befreit werden können.“ Letztendlich seien die verklemmten Erwachsen Schuld daran, so Wermuth zum Ansinnen der JuSo, die mit ihrer romantischen Vorstellung einer behüteten Kindheit – notabene fast fünfzig Jahre nach der sexuellen Revolution – verunmöglichen, dass Jugendliche im Sexualkundeunterricht sehen dürfen, wie Sex geht. Damit würden sie die Jugendlichen geradezu zwingen, ihre Bedürfnisse im Internet zu stillen.

Wohlgemerkt: Hierbei handelt es sich bei den verklemmten Erwachsenen, die ins Kreuzfeuer von Wermuth geraten, nicht um unsere Grosseltern, sondern um eine „Bravo“ geprägte und aufgeklärte Generation! Selbst wenn Bruno Wermuth vielleicht nicht die gleichen Absichten wie Professor Gamm hegt, macht er sich zu dessen Handlanger, und diese spielten schon immer eine wichtige Rolle bei der Umsetzung. Ich möchte Ihnen, liebe Lesende, den ergänzenden Teil der Freud’schen Theorie nicht vorenthalten: „Der Verlust des Schamgefühls ist das erste Zeichen von Schwachsinn. … Kinder, die sexuell stimuliert werden, sind nicht mehr erziehungsfähig … Die Zerstörung der Scham bewirkt eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten, eine Brutalität und Missachtung der Persönlichkeit des Mitmenschen“. (Sigmund Freud (1905) Ges. Werke VII, S. 149)

Um die schambesetzten Eltern (hin und wieder findet das Herr Wermuth auch ganz o.k.) in Sachen Sexualpraktiken zu entlasten, empfiehlt  Wermuth den Einbezug  von Fachpersonen und Webseiten, bei denen Scham und Rollenkonflikte wegfallen. Nun, möchten wir unsere Kinder von „schamlosen“ Fachpersonen erziehen lassen, wenn wir mit Folgen, wie Freud sie beschrieben hat, rechnen müssen? Wie schnell man die natürliche Scham bei Kindern beseitigen kann, wird am Beispiel des Zeitungsberichtes über die Erfahrungen der Basler OS –Schüler mit der Sex Box deutlich: „Zuerst fand ich es grussig, am Ende der Woche nicht mehr„.

Dass Bruno Wermuth vielleicht stolz auf sich ist, zu den schamlosen  Menschen zu gehören, lasse ich so stehen, es ist ja schliesslich sein Leben, auch dass die heutige Zeit von vielen tabulosen Erwachsenen und damit auch deren Kinder geprägt ist, wird wohl keiner bestreiten. Wenn aber solche Leute sich aufschwingen mit der fadenscheinigen Behauptung, es diene letztendlich dem Wohle aller Kinder und Jugendlichen, und dieses Verhalten anderen aufzwingen wollen, zeugt das von Manipulation und Intoleranz erster Güte!

Die Ausarbeitung der Sexualerziehung liegt in der Obhut des Kompetenzzentrum für Sexualpädagogik der PHZ Prof. Dr. Uwe Sielert wird nicht nur an zahlreichen Stellen im Grundlagenpapier zitiert, sondern ist auch sonst mit dem Kompetenzzentrum verbunden. Willi Villiger schreibt über ihn: In einer Festschrift für Sielert (2009) werden dieser und Helmut Kentler als die beiden prägenden Persönlichkeiten für die Sexualpädagogik Deutschlands bezeichnet. Kentler, seinerseits ein bekennender Pädophiler, wird darin als «väterlicher Freund» von Sielert bezeichnet. Sielert beruft sich auch auf «Experten» wie den Reformpädagogen Hartmut von Hentig. Dieser war wie Kentler in der «Humanistischen Union», welche ihrerseits im Dunstkreis der Pädophilen‐Bewegung aktiv war. Obwohl langjähriger schwuler Lebenspartner von Gerold Becker, dem Leiter der Odenwaldschule, einer UNESCO Modellschule, an der jahrelang schwerster Kindesmissbrauch stattgefunden hat, will Hartmut von Hentig «nichts gewusst» haben. Er mutmasste gar, sein Freund Becker sei von den Schülern, also den tatsächlichen Opfern, verführt worden. Auch gegen Hentig selber sind von ehemaligen Schülern Vorwürfe erhoben worden, jedoch hat ihn die Verjährung vor einer Anklage geschützt.

Wermuth erwähnt nicht selten das „Kind als sexuelles Wesen“. Er beruft sich in diesem Zusammenhang gerne wieder einmal auf Freud, der schon vor 100 Jahren darauf aufmerksam gemacht hat, dass der Sexualtrieb nicht erst mit der Pubertät erwacht. – NUR hat Freud immer wieder betont, dass man diese Latenz nicht verfrüht „wecken“ darf, weil es sonst zu negativen Verhaltensstörungen (nicht im Bereich der Sexualität, sondern im allgemeinen Verhalten) führt. Damit wiederrum mag man sich nicht mehr so recht anfreunden und erteilt verunsicherten Eltern gerne Nachhilfe in Sachen Sexualerziehung ihrer Kinder, indem man sie ermuntert möglichst schon auf dem Wickeltisch die Kleinsten durch Streicheln und Liebkosen auch an intimen Stellen zu „programmieren“ und ja keine Doktorspiele zu unterbinden, solange das Machtgefüge der Kinder untereinander stimmt und keines der Kinder  „verstört“ wirkt.

Wermuth bestätigt an anderer Stelle: „Entdeckt ein Kind, dass ihm eine Berührung Lust verschafft, wird es sie wiederholen“. Und schwupps werden auch die Eltern zu Handlangern gemacht, die in aufrichtiger Weise den Rat der  Pseudowissenschaften beherzigen. Schlussendlich geht die perfide These der Frühsexualisierungsexperten auf, indem sie sagen, dass die Kinder immer früher sexuell aktiv werden und Freud mit seiner Scham in der Schublade zu verstauben hat. Dabei ist gerade das Schamgefühl ein wichtiger Schutz für Mädchen und Jungen, um zu spüren, wann ihre Grenzen verletzt werden, und sich entsprechend zu schützen. Wussten Sie, dass es eine bekannte Täterstrategie ist, Kinder in Gespräche mit sexuellen Themen zu verwickeln und ihre schützenden Widerstände mit falscher Scham abzutun?

Beim Lesen des Blogs von Bruno Wermuth  gewinnt man den Eindruck, als würden alle oder die meisten Kinder masturbieren. Wermuth wiederholt hier einfach die gleiche widerliche These von Alfred Kinsey.  Ausserdem meint er  in einem Interview, wenn Kinder keine sexuelle Neugier zeigen, sei dies eher problematisch.  Und ein Problemkind möchte doch niemand haben -oder?

Zum Glück gibt es noch  echte Experten  wie Prof. Dr. Remo Largo, die dem widersprechen: “Körperkontakt in Form von Berührung und Streicheln vermittelt dem Kind ein Gefühl von Geborgenheit und emotionaler Zuwendung. Sie sollte aber von oftmals selbsternannten Fachleuten nicht willkürlich und missbräuchlich sexuell umgedeutet werden”.

Allgemeine Verzweiflung scheint sich bei den Sexualtherapeuten  breit zu machen, weil es manche der Erwachsenen in ihrer ewig gestrigen Verklemmtheit nach 50 Jahren exzessiver sexuellen Freiheit immer noch nicht geschafft haben, über den eigenen „Schamschatten“ zu springen. Der bereits genannte Experte und Buchautor Professor Dr. Uwe Sielert setzt in „Lisa und Jan“ gezielt auf die sexuelle Luststrategie unter Kindern. So finden sich hier Passagen wie „Lisa gefällt es, den Finger in den Po zu stecken.“ Manche Erwachsene werden den Wunsch hegen, sich auch daran zu beteiligen und das Recht einfordern, vom Spiel mit den Genitalien nicht ausgeschlossen zu werden, da dies eine Diskriminierung von Minderheiten sei …

Und so beginnt man jetzt schon fleissig, „das Kind, als sexuelles Wesen“ zu platzieren, bis es auch die hinterletzten Eltern „kapiert“ haben …

Dabei sind  Kinder doch gar keine sexuellen Wesen!!

Nachtrag:

Auch wenn einige Sozialdemokraten sich vielleicht nicht mit den zitierten familienfeindlichen Aussagen von Marx, Engels oder Gamm identifizieren können, färbt die dahinterstehende Ideologie doch irgendwie ab.

Dem eher „kritisch eingestellten Menschen“ bzgl. Frühsexualerziehung vorzuwerfen, den eigentlichen Sinn dem Kontext zu entfremden, ist nur berechtigt, wenn man es beweisen kann und sich vor allem selbst daran hält. Die Folgen, wissenschaftliche Grundlagen zurechtzubasteln, damit diese ins Bild passen, sind wesentlich gravierender. Halbe Wahrheiten sind nun mal nur halbe und nicht ganze! Also zeigen wir doch zukünftig nicht nur die Vorderseite  sondern auch die Rückseite der Medaille, dann müssen dies nicht mehr die rückständigen Erwachsenen tun.

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Posted in: Sexualerziehung