Christoph Eymann reagiert – keine Ideologie?

Veröffentlicht am 14. August 2011

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Die nächste Runde in der Diskussion um die Sex Box und die Sexualerziehung an den Kindergärten und Primarschulen ist eingeläutet:

Der zuständige Basler Regierungsrat Christoph Eymann sagt im Interview im heutigen Sonntagsblick, dass 3000 Briefe und Karten beim ihm eingetroffen sind. Er korrigiert: “Sexualkunde wird auf der Kindergarten- und Primarstufe eben gerade nicht systematisch unterrichtet. Es gibt meist zwei Möglichkeiten, wie Sexualität am Kindergarten zum Thema wird: Die Kindergärtnerin ist schwanger. Oder eines der Kinder bekommt ein Geschwister. Dann ist es richtig, wenn die Lehrperson reagieren kann. Systematischer Sexualkundeunterricht findet erst auf der Sekundarstufe statt.” Einzelne Bücher und die sogenannte “Handreichung” werden aus der Sex Box entfernt.

Regierungsrat Eymann bekräftigt:

  • “Ich wünschte mir, dass Kinder zu Hause aufgeklärt würden.”
  • Es gehe nicht darum, denn Kindern etwas aufzudrängen oder den Eltern etwas wegzunehmen.
  • “Es geht um den Schutz der sexuellen Integrität der Kinder.”
  • “Unsere Schule und Pädagogik gründen nicht auf «Ismen» und Ideologien, sondern auf einem Ideal: dass Kinder und Jugend­liche gestärkt werden und gut vorbereitet in unsere Gesellschaft und Arbeitswelt hineinwachsen können.”
    Wenn ich allerdings lese: Depressionen, Angsterkrankungen, Demenzen und Schizophrenien zählen mittlerweile weltweit zu den häufigsten Erkrankungen, obwohl die “neue” Sexualaufklärung schon seit Jahrzehnten Bestandteil des Lehrplanes ist und rund  50 Prozent der schweizerischen Wohnbevölkerung  während ihres Lebens mindestens einmal an einer psychischen Störung leiden, sind wir noch meilenweit  davon entfernt gestärkt und gut vorbereitet in die Gesellschaft und Arbeitswelt hineinzuwachsen.
    Herr Eymann betont, dass die Schule und Pädagogik nicht auf Ideologien gründen. (Mehr dazu im nächsten Blog.) Ganz so sicher wäre ich mir da nicht, der Anspruch der Experten, dass sie wirklich in der Lage seien, objektiv und neutral zu forschen und zu beraten, ist eigentlich vielfach widerlegt. Wenn es sich tatsächlich  nicht um eine Ideologie handelt, wie Herr Eymann betont, braucht es einen Tatbeweis, indem genau die schärfsten Kritiker und Gegner einbezogen werden, um ihre Sichtweise zu plazieren, oder man sollte mindestens den Eltern die Wahlfreiheit einräumen,
    Im Moment sieht es noch immer so aus, als wollten Sexualpädagogen vom BAG gestützt genau ihre einseitige “Idee” von Sexualität einbringen, die alles andere als ausgewogen ist. Weigern sich Bund und Kanton “konservative” Kreise in einer angemessenen Zahl einzubinden, ist leider der Tatbeweis für eine ideologische Verflechtung erbracht, ob man nun will oder nicht.

Nun sind wir gefordert:

  • Wie können wir unsere Mit-Eltern motivieren, dass sie ihre Aufsichtspflicht wahrnehmen, wie ihre Kinder mit der Übersexualisierung in den heutigen Medien und der Werbung umgehen können? Wie werden Eltern und Schule zu Partnern in diesem Thema?
  • Wie können wir die Eltern in ihrer eigenen Kompetenz sensibilisieren und stärken, damit sie ihre Kinder angemessen und altersgerecht vorbereiten und sie selbst aktiv zu den familiären Werten im Umgang mit Sexualität und Körperlichkeit hinführen?
  • Und: Regierungsrat Eymann bekräftig mehrfach seine guten Absichten!
    • Unsere massive Opposition hat bewirkt, dass wir politisch ernst genommen werden. Das ist gut so! Sind wir nun einfach weiterhin dagegen? Ist prinzipielles Misstrauen und Angst unser Motiv oder können wir uns nun konstruktiv einbringen?
    • Wie können wir nun in positiver Weise fachliche Grundlagen liefern, um das “gut” im Umgang mit Werten und Tugenden im Umgang mit Beziehungen und Sexualität zu begründen? Wie können wir fachlich nachweisen, dass unsere “Meinung” zum Umgang mit Sexualität nicht einfach eine “Ideologie”, eine verjährte Moral und ein “Glaubensbekenntnis” ist, sondern eben sinnvoll und wertvoll ist? (mehr dazu, eine empirische Forschung im nächsten Blog)
    • Wie werden wir zu einem anerkannten Partner in der Diskussion der zukünftigen Sexualität und der zukünftigen Beziehungsgestaltung – einem Partner, der von Politik, Behörden, Fachwelt und Schule ernstgenommen wird?

Wie sieht unser konkreter und fachlich begründeter Vorschlag aus?

 

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