Die Frage am Ende meines letzten Blogs “Und mit der Zeit gewöhnt man sich ja an alles – oder etwa nicht?” – haben die Schüler einer Orientierungsschule in Basel nach der Themenwoche “Alles normal” schon selbst beantwortet. “Zuerst fand ich sie gruusig” am Schluss der Woche nicht mehr”. Viele stimmten ihm zu. (BAZ Freitag 3. Juni 2011) Funktioniert es wohl gleich wie beim “anfixen” mit kleinen Gratisportionen oder wie bei den Kreditkarten, die im ersten Jahr gratis sind – nur kostet das goldene Kärtchen nicht so viel Überwindung.
Wobei – nun erstmal noch zu klären wäre, ob der Schüler das tatsächlich gesagt hat oder nicht und ob die Basler Zeitung ihn richtig zitiert? “Das grenzt an Betrug” wird Pierre Felder, der Leiter der Volksschulen Basel Stadt zitiert (BAZ Freitag 3. Juni 2011), der den im Blick angeblich falsch zitierten Konrektor Kindergärten, in Schutz nimmt. Komisch, obwohl die Zitate des Konrektors der Blick -Redakteurin nachweislich in schriftlicher Form vorliegen!!
Nun ist die Irritation komplett. Keiner hat etwas gesagt. Keiner wollte etwas “Schlechtes”. Keiner ist Schuld. Keiner übernimmt die Verantwortung. Es steht Aussage gegen Aussage. Blick gegen BaZ! Auch kennen nur wenige der Jounalisten eine ausgewogene Berichterstattung. Dies erstaunt eigentlich auch nicht, rangieren doch die Journalisten in der “Vertrauensrangliste der Berufsstände” erst auf Platz 16. Wo wohl die Eltern auf dieser Liste rangieren würden? Und die Staatsangestellten? Die Politiker kommen übrigens auf Platz 18 …
Je nach Ideologie der Zeitung und des einzelnen Jounalisten sind manipulierende Kräfte am Wirken, die in die eine oder in die andere Richtung tendieren. Wie soll man sich denn da als Leser eine Meinung bilden oder gar entscheiden? Oder glaubt der “Blick – Leser” eher dem Blick und der “BAZ – Leser” eher der BAZ?
Aber – wofür sollen sich denn bei all den ”ausgewogenen und vorbildhaften” Charaktereigenschaften der Erwachsenen die Kinder bei der Suche ihrer eigenen Sexualität entscheiden?
Vielleicht für die Geschlechtsteile aus” Plüsch”, die kann man sicher anstelle des Plüsch – Teddybären zum Kuscheln ins Bett nehmen. Es ist vielleicht nur am Anfang etwas grussig, am Ende garantiert nicht mehr …

August 24th, 2011 → 22:24
[...] und anderen gefällt ist’s OK, wird Schülern vermittelt und als „alles normal“ in der Themenwoche einer OS zur Sexualerziehung [...]
September 4th, 2011 → 17:28
[...] Mir ist nicht ganz klar, ob Herr Wermuth dieses Zitat kennt und wie er es interpretieren würde, weil er die Verklemmtheit der Erwachsenen als Hemmschuh empfindet und die Experten, bei denen offenbar Scham und Rollenkonflikte wegfallen, in ihrer Tätigkeit von der Scham der Eltern und Lehrpersonen eher behindert werden. Dass man die natürliche Scham bei Kindern tatsächlich relativ schnell beseitigen kann, wird am Beispiel des Zeitungsberichtes über die Erfahrungen der Basler OS –Schüler mit der Sex Box deutlich: „Zuerst fand ich es grussig, am Ende der Woche nicht mehr„. [...]